Zitiert: Vertrauen in die Demokratie? Eher so mittel

Die Zustimmung zu demokratischen Werten bleibt hoch, ermittelt die Bertelsmann-Stiftung. Doch sind eher wenige mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden. Die Studienmacher beunruhigt das nicht. Uns schon. […]

So stimmen 91 Prozent der Befragten, wie die Studie festhält, „den Werten und Regeln“ demokratischer Wahlen zu, doch sind nur 65 Prozent mit deren Funktionieren zufrieden. Die Bedeutung der Parteien für die Demokratie schätzen 77 Prozent der Umfrageteilnehmer als hoch ein, doch findet deren Leistung nur bei 17 Prozent Gefallen. Die demokratische Öffentlichkeit schätzen 83 Prozent, doch gehen nur 31 Prozent mit deren Wirkung d’accord. Beim Stichwort „Bürgerrechte“ liegen die Werte bei 81 zu 35 Prozent, bei der „Regierung“ bei 83 zu 21, beim „Parlament“ bei 83 zu 31, bei „Gewaltenteilung“ bei 82 zu 34 Prozent, beim Stichwort „Partizipation“ liegen die Werte bei 79 und 15 Prozent. […]

„Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland ist nicht bereit, das Kind der Demokratie mit dem Bade ihres verbesserungsfähigen Funktionierens auszuschütten“, sagt der Studienautor Koß. Hoffen wir, dass er richtig liegt. Uns dessen sicher sein dürfen wir ganz und gar nicht. Denn Demokratie bleibt nur, wenn man von ihrem Funktionieren überzeugt ist.

Michael Hanfeld, faz.net, 06.05.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)