Zitiert: Viele gesellschaftliche Fehlentwicklungen gehen mit dem Zustand des Rundfunks Hand in Hand

Viele Fehlentwicklungen in unserem Land, zumal unter jungen Leuten, sehe ich mit dem Zustand des Rundfunks in Zusammenhang. Woran liegt es wohl, daß Nachdenken in den Ruf gekommen zu begegnen. Man wird kaum ergründen können, welchen Anteil der Rundfunk daran hat; daß es diesen Anteil aber gibt und daß er nicht unerheblich ist, das halte ich für sicher.

Damit wird nichts anderes behauptet, als daß das allmähliche Verschwinden der Wörter von den Sendern mitverantwortlich für Rechtsradikalismus und Gewalthinwendung in unserer Gesellschaft ist. Und es stellt kein Gegengewicht dazu dar, wenn von Zeit zu Zeit der Moderator eines Jugendmagazins ins Mikrofon hinein sagt, Ausländerfeindlichkeit sei mega-out. Nicht so sehr das Ausbleiben von Orientierungshilfen ist das Problem, viel schwerer wiegt, daß die Fähigkeit verkümmert, sich selbst um Orientierung zu bemühen.

Jurek Becker: Die Worte verschwinden, Spiegel 2/1995, S. 160 (online)

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Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)