Ich schaue mir immer wieder True-Crime-Formate an – aber vorrangig, weil ich mich sowohl wissenschaftlich als auch in öffentlichen Äußerungen gegen einige dieser kommerziellen True-Crime-Formate ausspreche. Meines Erachtens werden hier nämlich die Opferrechte schlicht missachtet. Das persönliche Schicksal von Menschen wird genutzt, um Einschaltquote, Auflage und Klickzahlen zu generieren. Um aber mitzureden zu können, muss ich mir sowohl bei den privaten Medien als auch bei den öffentlich-rechtlichen Formaten angucken, was die da machen. […]
Auch wenn das Recht am eigenen Bild der Verstorbenen nach zehn Jahren erlischt, meine ich, wird der postmortale Achtungs- und Würdeanspruch verletzt, wenn im Rahmen einer Unterhaltungsshow Tatortfotos oder sogar Leichenfotos von Opfern von Straftaten gezeigt werden.
Christian Schertz, forum-opferhilfe.de, 04.03.2025 (online)