Das zeigt eine Anhörung mit Verbänden und Sendern im Bundestag. […] Bei einer Anhörung im Kultur- und Medienausschuss des Bundestages haben Vertreter von zehn Branchenverbänden und -institutionen ihre Bedenken und Änderungsvorschläge zum Entwurf vorgebracht. Die Stellungnahmen spiegelten die Antagonismen innerhalb der Filmwirtschaft wider, die den Prozess der Filmförderreform seit Monaten prägen. Für zwei weitere Vorhaben, ein Steueranreizmodell und eine weitere Abgabe der Streamingplattformen, liegen nach wie vor keine Gesetzentwürfe vor.
Die Produzentenverbände (AGDok, Produzent:innenverband, Produktionsallianz) und die Deutsche Filmakademie beklagen, dass „Zuschauer- und Festivalerfolge zum maßgeblichen Kriterium des neuen Filmfördersystems“ und zugleich die für die Produktionsförderung vorgesehenen Mittel von 58,5 Prozent um fünf Prozent gesenkt würden. […]
Der Verband HdF Kino kritisiert, dass die Kinoabgabe von der leinwandbezogenen Berechnung auf ein Modell umgestellt werde, das alle Leinwände eines Kinos zusammen betrachte („Center-Modell“). […] Das „Center-Modell“ führe insbesondere bei kleinen und mittelgroßen Kinos zu massiven Mehrbelastungen von bis zu 186 Prozent. Besonders betroffen seien Kinos im ländlichen Raum. Der Kinoverband kritisiert ebenfalls eine Verkürzung der Sperrfrist für TV-Sender auf bis zu fünf Monate. Damit werde die „langwierig verhandelte Branchenvereinbarung zur Sperrfristenregelung“ zugunsten einer Partei übergangen
Helmut Hartung, faz.net, 07.10.2024 (online)