Zitiert: Warum Jüngere nicht so unzufrieden mit ARD und ZDF sind

Das Leben als öffentlich-rechtlicher Fernsehmensch kann kein leichtes sein. Wohin man auch guckt in Medien oder Politik: Immer ist alles zu teuer, zu groß, zu langsam, zu rechts, zu links, zu alt, zu krimilastig, zu helenefischerig. Nie ist jemand zufrieden. Aber wie heißt es im Marketing: Hauptsache, die Leute reden! Wer einen nicht leiden kann, der weiß immerhin, wer man ist. Wie viel schlimmer wird es also, wenn selbst das nicht mehr der Fall ist?

Nach Jahren und Jahrzehnten, in denen die öffentlich-rechtlichen Sender sich vor allem an Menschen reiben mussten, die mit ARD und ZDF nicht zufrieden sind, bekommen sie es plötzlich mit einer wachsenden Gruppe zu tun, die noch viel gefährlicher ist: Menschen, die gar nicht wissen, dass sie mit ARD und ZDF nicht zufrieden sein können – weil sie gar nicht wissen, dass es ARD und ZDF gibt.

Es sind die jungen Leute im unteren Viertel der Bevölkerungspyramide, deren zentrales Mediengerät nie der Fernseher war, sondern immer schon das Smartphone.

Stefan Stuckmann, sueddeutsche.de, 19.06.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)