Es wird nur der Teil der Wirklichkeit vermeldet, mit dem man oben keinen Ärger bekommt. Dabei könnte Journalismus alles benennen, was im Hamas-Israel-Komplex geschah und geschieht. Alles melden, belegen, zeigen: die Verbrechen der Hamas und die Verbrechen Israels. Die Toten, Versehrten, Gefolterten. Die Einschüchterungsversuche der Hamas-Propaganda mit ihren Dreiecken und Boykottaufrufen und die Angst der deutschen Politik vor den Anrufen des israelischen Botschafters. Den Einsatz des Antisemitismusbegriffs zur Einschüchterung politisch unliebsamer Gruppen und den in der linken Szene weit verbreiteten Antisemitismus.
Nicht unterkomplex das Ganze. Stoff für viele Dokumentarfilme, die niemanden glücklich machen würden und die deshalb unbedingt verhindert werden müssen. Zum Glück gibt es wenigstens den einen, „No Other Land“.
Robin Detje, taz.de, 03.03.2025 (online)