Zitiert: Was fällt auf am Zukunftsrat?

Drei Männer, fünf Frauen. Also schon mal keine Altherren-Veranstaltung. […] Und das Alter? Volker Nünning hat die Geburtsjahrgänge zusammengetragen. Das jüngste Mitglied ist am Ende des Jahres 39 (Maria Exner), das älteste 70 (Roger de Weck). Das von der CDU nominierte Quartett (Huber, Weck, Reitz, Klass) ist im Schnitt 60 Jahre alt, das der SPD ist deutlich jünger, 46. Damit ergibt sich ein Durchschnittsalter von 53 Jahren. Und das liegt ungefähr acht Jahre über dem Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung, aber immer noch deutlich unter dem Durchschnittsalter des Fernsehpublikums.

Das hätte man anders machen können. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als das jüngste Mitglied des Rates. Allerdings hätten sich dann wieder andere Probleme ergeben: Acht Sitze können nicht alles repräsentieren, und man kann auch argumentieren: Ein bisschen Erfahrung ist für so eine Aufgabe nicht schlecht. Man kann aber natürlich auch sagen: An einem Zukunftsrat sollten vor allem die Menschen beteiligt sein, die diese Sache in der Zukunft betreffen wird.

Einen anderen Kritikpunkt hatte der Medienwissenschaftler Otfried Jarren vor einer knappen Woche im „Medieninsider“ genannt: Im bisher bekannten Kompetenzfeld des Gremiums fehlten wesentliche Bereiche: Technologie, Organisationsentwicklung beziehungsweise Change-Management sowie Medienökonomie. Das gilt auch für die aktuelle Zusammensetzung. Und es stelle sich laut Jarren die Frage, ob “rundfunkrechtliche Kompetenzen” nötig seien. Die könne man auch jederzeit von außen einholen.

Ralf Heimann, MDR Altpapier, 9.3. 2023 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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