Zitiert: Was ist Klassismus?

Der Begriff bezeichnet analog zu Sexismus und Rassismus eine Unterdrückungs- und Diskriminierungsform, eben aufgrund der Klassenzugehörigkeit oder auch Klassenherkunft. Das bedeutet, dass Menschen, die von Klassismus betroffen sind, von materiellen Ressourcen ausgeschlossen sind, aber auch von politischer Partizipation. Dass sie abgewertet und ausgegrenzt werden. Das trifft zum Beispiel wohnungslose Menschen und Menschen mit wenig Einkommen. …. Klassismus ist auch eine Ideologie, mit der bestimmte Politik gerechtfertigt wird. Wenn wir zum Beispiel von Menschen in der „sozialen Hängematte“ sprechen oder von „Zuwanderung in den Sozialstaat“, dienen diese Geschichten als Rechtfertigung für neoliberale Politik. …. Klassismus ist eine strukturelle Diskriminierungsform, die ganz individuelle Auswirkungen hat, auf Lebenserwartung, Bildungsabschlüsse oder Gesundheit. Aber wenn ich nur auf individuelles Versagen blicke, blendet das strukturelle Diskriminierung aus. … Insgesamt kommen in Qualitätsmedien Menschen aus der Arbeiter*innen und Armutsklasse zu wenig zu Wort. Armutsberichterstattung ist oft problematisch, wenn Journalist*innen mit einem Blick von außen in ein gerne genanntes Problemviertel fahren und eine armutsbetroffene Familie vielleicht sogar voyeuristisch ausstellen.

Brigitte Theißl, taz.de, 10.03.2021 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)