Wir definieren Medienkonzerne als Unternehmen, die publizistische Inhalte in Massenmedien verantwortlich erstellen und/oder verbreiten sowie maßgebliche Teile ihres Umsatzes mit Erlösen aus Rechten/Lizenzen und/oder Werbung erzielen und nicht als reine Telekom- oder Technik-Provider auftreten. Ferner werden Konzerne berücksichtig, die durch die Produktion und/oder Distribution maßgeblichen Einfluss auf die kommunikative Umwelt eins breiten Publikums haben. Die Geschäftsfelder und Branchen, in denen diese Konzerne im Wesentlichen aktiv sind, umfassen Film- und Fernsehproduktion und –distribution, Streaming- und Social-Media-Dienste, Bücher-, Zeitungs- und Magazinverlage, Radiostationen und Musiklabels sowie Games Publishing und Fachinformationsdienste. Es gibt keine mathematisch trennscharfe Definition von Medienkonzernen, auch die Abgrenzung zur Telekommunikationsindustrie ist mitunter schwierig, aber unser Kategoriensystem hat sich über die Jahre doch als recht brauchbar erwiesen.
Lutz Hachmeister, Till Wäscher: Die deutsche Medienindustrie löst sich auf. In: Medienkorrespondenz 2-3/2017, online
(Nachdruck des Einleitungskapitel von: Lutz Hachmeister, Till Wäscher: Wer beherrscht die Medien. Verlag Herbert von Halem)