Die Gleichstellung der Geschlechter bei europäischen Fiction-Produktionen schreitet nur langsam voran. Eine Steigerung des Frauen-Anteils gibt es vor allem im Bereich Regie, wie aus einem Bericht der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle hervorgeht.
Der Anteil weiblicher Fachkräfte an der Produktion europäischer Fiktion in den Bereichen TV und Subscription-Video-on-Demand hat zwischen 2019 und 2023 bei 27 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Zeitraum von 2015 bis 2018 war dies eine Steigerung um vier Prozentpunkte, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle am Donnerstag in Brüssel vorstellte.
Dabei war der Anteil weiblicher Fachkräfte in den Bereichen Produktion (43 Prozent) und Drehbuch (37 Prozent) höher, bei Montage (31 Prozent) und Regie (27 Prozent) lag er nahe am Durchschnitt. Bei Komposition (10 Prozent) und Kamera (10 Prozent) war er deutlich niedriger. […]
Doch selbst bei Rollen, in denen mehrere Fachkräfte für Drehbuch oder Produktion eines Werks verantwortlich seien, würden die Teams meistens von männlichen Fachkräften geleitet: So entfielen zwar 37 Prozent der Drehbücher für audiovisuelle Fiktion auf Autorinnen; lediglich 26 Prozent aller Drehbuchteams standen jedoch unter weiblicher Leitung, verglichen mit 59 Prozent von Männern geleiteten Teams und 15 Prozent geschlechterparitätischen Teams. […]
Dennoch gebe es einen „ermutigenden Aspekt“: Frauen einer Rolle arbeiteten eher mit Frauen anderer Rollen zusammen. So sei beispielsweise der Anteil der Drehbuchautorinnen oder Produzentinnen deutlich höher, wenn eine Frau Regie führe. Gleiches gelte für Werke, die hauptsächlich von Frauen geschrieben oder produziert würden.
epd medien, 06.03.2025 (online)