Im Juni und im Oktober 2025 legten Forscherteams vom „Royal Holloway College“ in London und vom Rostocker „Max Planck Institut für Demographie“ Studien vor, nach denen die Todeszahlen des Hamas-Gesundheitsministeriums um 30 bis 40 Prozent zu niedrig lagen – damals schon. Dazu nutzten sie, anders als das Ministerium, auch Befragungen und social-media-Abgleiche. Es sei vielmehr von über 100.000 Toten auszugehen – ohne Verhungerte, Verdurstete, an unterlassener Hilfeleistung Verstorbene. Israels Propaganda nutzt also jetzt schlicht die niedrigste am Meinungsmarkt verfügbare Zahl, die aus der bisher desavouierten palästinensischen Quelle schöpft. Die britische Studie führte mindestens 56 Prozent getötete Frauen, Kinder unter 18 und Alte über 65 an, während Israel verbreitet, man müsse noch klären, wie viele Opfer nicht Hamas-Terroristen gewesen seien. Putin belügt Russland über die Opfer seiner Blutmetzgerei; auch die westliche Siegfrieden-Fraktion zeigt wenig Interesse an belastbaren Zahlen aus der Ukraine.
Friedrich Küppersbusch, taz.de, 08.02.2026 (online)

