Zitiert: Werbungsverfolgung

Es ist schrecklich. Selbst mit allen denkbaren Ad‑Blockern und Datenschutz‑Blockern werde ich immer noch von Werbung verfolgt, die offenbar weiß, wonach ich vor ein paar Minuten gesucht habe. Ich werde bombardiert mit diesen unsäglichen Einwilligungsfragen zu Cookies. Soziale Medien sind voller Bots. Auf den etablierten Plattformen – X, Facebook – ist es egal, wie viele Menschen dir folgen: Sie zeigen meinen Followern die Beiträge nicht, es sei denn, ich bezahle dafür, sie zu „boosten“. Ich muss X also ein Schmiergeld zahlen, damit sie überhaupt das tun, was sie allen versprechen: dass andere Leute meinen Beitrag sehen. Und mein E‑Mail‑Newsletter landet im Spam-Ordner der Abonnenten. Selbst wenn sie ihn aus dem Spam holen, landet er beim nächsten Versand wieder dort. Alles ist entsetzlich. […]

Eine Reihe politischer Entscheidungen erlaubt es Firmen, ihre Produkte zu verschlechtern, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Man erlaubt diesen Firmen, Monopole zu bilden – wie die EU-Kommission, als sie Facebook den Kauf von Whatsapp und Instagram erlaubte. Damit eliminierte sie direkte Wettbewerber. In einer Welt, in der Firmen keinen ernsthaften Wettbewerb mehr haben, können sie sich schlecht verhalten, ohne Angst haben zu müssen, dass die Kunden gehen.

Cory Doctorow, sueddeutsche.de, 02.12.2025 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)