Wir können uns aber aktuell und sehr wahrscheinlich auch in Zukunft nicht darauf verlassen, erkennen zu können, wenn KI verwendet wurde. Das, was viele heute für typische KI-Sprache halten, stammt oft aus menschlichen Texten, mit denen die Systeme trainiert wurden. Gleichzeitig werden die Modelle immer besser. Ein Wettlauf zwischen künstlicher Textgenerierung und Erkennungssoftware wird das Problem nicht lösen.
Das Problem beginnt ja eigentlich viel früher. Dort, wo Journalist:innen es für akzeptabel halten, Kommentare von einer Maschine schreiben zu lassen. Es setzt sich fort, wenn Redaktionen Inhalte übernehmen, ohne deren Entstehung kritisch zu prüfen. Und es verfestigt sich in einer Medienlogik, die Texte in immer kürzerer Zeit produzieren will und folglich Journalist:innen unter Druck setzt, immer mehr und das immer schneller zu produzieren.
Ann-Kathrin Leclere, taz.de, 15.06.2026 (online)

