Zitiert: Wie bei WDR3 das “Klassik Forum” verschwindet

Es gab ganz viele kritische Stimmen für dieses so besondere Format, eine Sendung von drei Stunden ohne stündliche Nachrichtenunterbrechung, mit Symphonien, Konzerten und Kammermusikwerken in ganzer Länge – dass das sich bewähren sollte? Es hat sich bewährt! Das „Klassik Forum“ gibt es immer noch, so, wie es geplant war, und es hat in Spitzenzeiten mehr als 300.000 Hörer aus nicht nur dem Sendegebiet des WDR, sondern aus ganz Deutschland und sogar Europa und darüber hinaus – ein kleines Wunder. …. Sie kennen sicher das geradezu ikonische Bild zum Klimawandel: ein Eisbär auf einer schwankenden, dahinschmelzenden Eisscholle. Und ein kleines bisschen so fühle ich mich auch. Ich habe das Gefühl, dass auch meine Eisscholle, mein Habitat als Autor und Moderator, wenn sie so wollen, dahinschmilzt oder sich doch so sehr verändert, dass ich mit ihm nicht mehr Schritt halten kann. Das „Klassik Forum“ erlebt seit einiger Zeit eine Umstrukturierung will ich nicht sagen, aber eine notwendige und sicher naheliegende Weiterentwicklung. Es geht darum, neue Hörerschichten zu erreichen, gerne sollen es auch jüngere Hörer sein, das Ganze soll lebendiger, moderner und vor allem emotionaler moderiert werden, vielleicht auch kürzer, vielleicht verständlicher und weniger abgehoben. Das hat sich für mich durchaus als eine Möglichkeit herausgestellt, aber ich hab damit unglaubliche Schwierigkeiten, es ist vielleicht einfach zu lange, dass ich diese Sendung mache, und deswegen fällt es mir einfach schwer, mich diesen neuen Axiomen anzupassen und zu unterwerfen.

Michael Stegemann in WDR3, dokumentiert auf medienkorrespondenz.de, 13.03.2021 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)