Zitiert: Wie der Wissenschaftsjournalismus in die Krise geriet

In vielen Wissenschaftsredaktionen werden Recherche und Kompetenz abgebaut. Das hat mitunter ernste gesellschaftliche Konsequenzen. […] Aber seit einiger Zeit ist das ganze Projekt Wissenschaftsjournalismus in die Krise geraten.

Das hat mehrere Ursachen. Eine ist sicherlich im Abbau des Wissenschaftsjournalismus bei den öffentlich-rechtlichen Medien zu suchen. Etwa wurde im Jahr 2024 die tägliche Wissenschaftssendung auf Bayern 2 ersatzlos gestrichen.

Und für die einst hochgeschätzte Wissenschaftsberichterstattung im Deutschlandfunk wird es ernst, wenn erst einmal die seit zwei Jahren in der Entwicklung befindliche Programmreform umgesetzt wird. Denn die bisherigen Wissenschafts- und Techniksendungen müssen dann den mehr oder weniger durchgängig moderierten Programmstrecken weichen. Das journalistische Modell des Fachredakteurs am Mikrofon hat ausgedient. Ein weiterer Rückschlag für den Wissenschaftsjournalismus.

ARD-weit wird die Wissenschaftsberichterstattung derzeit in einem sogenannten Kompetenzcenter gebündelt. Westdeutscher Rundfunk und Südwestrundfunk streiten da um die ARD-interne Vorherrschaft. Die eigentlichen Inhalte bleiben dabei auf der Strecke. […]

Es gibt also weniger Sendeplätze und weniger Geld für qualifizierte Wissenschaftsberichterstattung. Und es gibt die Tendenz, die bisherigen Formen des Wissenschaftsjournalismus durch Laber-Podcasts zu ersetzen. Die werden quick and dirty produziert. Der Redaktion bleibt viel anstrengende Arbeit erspart. Beteiligte Produktionsgesellschaften freuen sich über maximale Profite.

Peter Welchering, Berliner Zeitung, 02.02.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)