Zitiert: Wie in der ARD Stellen-Ausschreibungen „umgangen“ werden

Interessant ist auch der Blick auf die Personalien der Geschäftsstelle und wie sie mittlerweile besetzt wurden. In öffentlich-rechtlichen Häusern gilt eigentlich der Grundsatz: Neue Stellen werden ausgeschrieben, Bewerbungen verglichen, Auswahlgespräche geführt. Für die drei Führungspositionen der Geschäftsstelle war genau das vorgesehen – real bewerben musste sich am Ende aber nur einer, und der ist auch noch ein Eigengewächs. Christoph Rosenthal, bislang Leiter „Zentrale Aufgaben“ im Generalsekretariat, übernimmt die Gesamtleitung der Geschäftsstelle. Alle weiteren Stellen können ohne offene, transparente Auswahl vergeben werden.

Möglich macht das ein Instrument, das die ARD selbst „Beistellung“ nennt: Statt eine Stelle regulär auszuschreiben, „stellt“ eine Landesrundfunkanstalt der Geschäftsstelle eigene Mitarbeiter zur Verfügung – Vertrag und Anstellung bleiben beim Heimatsender. Im Konzeptpapier der Intendanten heißt es dazu unumwunden: Kommt eine solche Lösung zustande, „kann die Ausschreibung entfallen“.

Es wird also wieder einmal ein nachvollziehbares, öffentlich einsehbares Verfahren umgangen und die Öffentlichkeit, respektive der Beitragszahler, erfährt nicht, warum im konkreten Einzelfall wie entschieden wurde, wer „beigestellt“ wird und wer sich bewerben muss. Denn eigentlich soll diese Beistellung eine Ausnahme sein. Inwiefern sie das am Ende sein wird, bleibt fraglich und müsste daher transparent gemacht werden.

Annekatrin Mücke, berliner-zeitung.de, 08.09.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)