Zitiert: Wie in der BRD Alternativmedien entstanden

Der Kampf gegen die Atomkraft nahm darin eine besondere Rolle ein, in ihm berührten sich diese angstbesetzten Themen. Der Staat, der AKWs baut, ist auch einer, der Atomraketen duldet. Und er ist einer, der die zum Krieg nötige Härte bereits im Zivilen gegen seine Bürger wendet, um die Atomkraftnutzung durchzusetzen. Diese Überzeugungen waren für das Alternativmilieu konstitutiv. Entsprechend galten die im „Atomstaat“ Herrschenden als verlogene Feinde echter Demokratie. Ähnlich blickte man auf die ihnen verbunden scheinenden „bürgerlichen“ Medien.

Also mussten Alternativmedien her. So entstand die taz 1979, aber auch das Magazin Pflasterstrand, die Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei, der Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten (ID) sowie diverse Piratensender und Stadtzeitungen. Es war ein publizistisches Ökosystem von unten, das „Gegenöffentlichkeit“ gleichermaßen herstellen wie diese informieren wollte.

Christian Jakob, taz.de, 25.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)