Neueste Beiträge

Zitiert: Künstliche Intelligenz dient den Mächtigen, zementiert Verhältnisse und Vorurteile

Künstliche Intelligenz, so wie sie momentan existiert, ist im Kern ihres Wesens eine Technologie, die zu einem überwältigenden Teil den ohnehin schon Mächtigen dient und die bestehenden Verhältnisse und Vorurteile zementiert, anstatt sie infrage zu stellen. Es geht also eigentlich nicht darum, das entsprechende KI-System oder einen intransparenten Algorithmus nachzujustieren, sondern darum zu überlegen, ob solche Systeme überhaupt geeignet sind, um in dem Ausmaß in die Gesellschaft einzugreifen, wie es momentan der Fall ist.

Michael Moorstedt, sueddeutsche.de, 12.07.2020 (online)

Zitiert: Erst deutsche, dann europäische Mediathek

Die Idee einer europäischen Mediathek ist begrüßenswert. Aber vorher sollte man auf dem eigenen Terrain anfangen und eine entsprechende Plattform ermöglichen. Das französische Institut National de l’Audiovisuel (INA), wo die Bürger fast alle Sendungen umsonst sehen können, die im französischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen jemals produziert wurden, gibt es zum Beispiel seit etwa 50 Jahren. Das ist auch eine enorme zeithistorische Quelle.

Lutz Hachmeister, medienkorrespondenz.de, 07.07.2020 (online)

Zitiert: Einmal eingeführte Überwachungsinstrumente werden später ausgeweitet.

Ein Paradebeispiel dafür ist die einheitliche Steuer-Identifikationsnummer, die jetzt als Personenkennziffer zum Datenabgleich der Bürger:innen genutzt werden soll. Alternative und datenschutzfreundlichere Modelle hat die Bundesregierung bislang verworfen, obwohl ihr Vorschlag verfassungswidrig sein dürfte. …. Eine einmal eingeführte Struktur, deren Zwecke sowie die Befugnisse von Behörden können nach ein paar Jahren entgegen allen Beteuerungen ausgeweitet werden. Oft genug geschieht dies auch, das zeigt die Erfahrung. Dafür liefert die Steuer-ID selbst den besten Beweis.

Markus Reuter, netzpolitik.org, 09.07.2020 (online)

Zitiert: Sommerinterviews sind mehr PR als Jornalismus

Es spricht nicht viel dagegen, Rechtsextreme im Fernsehen zu befragen. AfD-Mandatsträger in gemütlichen Politplauderreihen der öffentlichen-rechtlichen Programme ohne Widerspruch, Nachfrage oder Einordnung auftreten zu lassen, ist nicht nur eine Beleidigung für das Format Politikjournalismus, sondern eine Beleidigung für das Format Denken an…