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Zitiert: Journalismus sollte nicht beruhigen oder schützen, sondern hinschauen

Ich hätte mir gewünscht, dass Medien früher bereit gewesen wären, Ambivalenz auszuhalten. Dass man sagen kann: Diese Impfung hat vielen Menschen geholfen – und es gibt Menschen, die schwer geschädigt wurden. Beides gleichzeitig. Stattdessen wurde sehr lange versucht, diese zweite Realität kleinzuhalten oder wegzuerklären. Das hat nicht nur uns geschadet, sondern dem Vertrauen insgesamt. Journalismus sollte nicht beruhigen oder schützen, sondern hinschauen, auch wenn es unbequem ist.

Christine Prayon, berliner-zeitung.de, 09.02.2026 (online)

Klick-Tipp: Die Wende-Wirren in der Leipziger Journalistik

Abwicklung, Hungerstreik und Neustart: Auf dem Alumni-Treffen 2025 diskutierten der Gründungsdekan des Fachbereichs für KMW Prof. Dr. Karl Friedrich Reimers, der Gründungsdirektor des Instituts für KMW Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz, die damalige Studentin Heike Schüler, der ehemalige Gastprofessor Prof. Dr. Horst Pöttker und die beiden Mittelbau-Angehörigen Dr. Jürgen Schlimper und Dr. Jochen Schlevoigt über die Zeit von 1989 bis 1992. Moderiert wurde das Panel von Dr. Erik Koenen, Experte für Fachgeschichte.

Uwe Krüger, Juliane Stute, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, 26.01.2026 (online)

Zitiert: Wieder sind die Frauen nichts als „Material“

Sie wurden wie Waren angeboten: In den Epstein Files lässt sich nachlesen, wie Männer über die Mädchen gesprochen haben, die sie missbrauchten. Was die Weltöffentlichkeit jetzt an den Akten fesselt, sind die Täter – das Schicksal der Opfer gerät dabei einmal mehr zur Nebensache. […]

Moralischer Bankrott führt nicht mehr zu gesellschaftlicher Ächtung. Nicht einmal sexuelle Verbrechen sind mehr mit einem Bann belegt, solange der Täter Macht und Unterhaltungswert hat.

Jörg Häntzschel, sueddeutsche.de, 10.02.2026 (online)

Klick-Tipp: Wege zu einer gemeinwohlorientierten digitalen Medienordnung

Digitale Plattformen prägen heute die Infrastruktur öffentlicher Kommunikation. Sie entscheiden über Sichtbarkeit, Reichweite und Auffindbarkeit von Informationen und beeinflussen damit maßgeblich demokratische Meinungsbildungsprozesse. Diese Machtkonzentration geht mit strukturellen Risiken einher: algorithmische Selektion, ökonomische Anreizlogiken und monopolartige Marktstrukturen verengen Vielfalt, begünstigen Desinformation und verschieben öffentliche Diskurse in private, kommerzielle Räume.

 

Jan Kalbhenn, „Wege zu einer gemeinwohlorientierten digitalen Medienordnung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Public Open Space im Reformstaatsvertrag“, FES, 11.02.2026 (online)