ZDF: Mit weniger mehr machen

Die Online-Medien haben sehr stark an Bedeutung gewonnen. Wir wissen, dass wir auch Menschen erreichen müssen, die sich vom linearen Fernsehen verabschiedet haben und die wir nur noch über unsere eigenen Online-Angebote oder über Drittplattformen erreichen können. Diese zusätzliche Aufgabe, die auch eine andere Arbeitsweise und –Struktur voraussetzt, müssen wir ohne zusätzliche Mitarbeiter, mit der gleichen Personalstärke wie vor vier Jahren bewältigen. Das bedeutet mehr Arbeit für jeden einzelnen Mitarbeiter, und dass wir die klassische Fernsehebene mit der Online-Ebene möglichst effektiv verknüpfen müssen.

Dr. Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, medienpolitik.net, 16.08.2021 (online)

Wem nutzt es, wenn man ARD und ZDF auf Youtube und Facebook folgen kann?

Das Konzept erscheint schlüssig. Man geht dort hin, wo die Nutzerinnen und Nutzer sind. Man spielt seine Inhalte auf den Plattformen aus, die von den gewünschten Zielgruppen vor allem genutzt werden. So machen es ARD und ZDF insbesondere mit ihrem Jugendangebot FUNK, aber auch mit anderen Inhalten. (Doch welcher Fußballverein würde sein heimisches Stadion verlassen, nur, um mehr Zuschauer zu erreichen, jedoch ohne vom Eintrittsgeld etwas abzubekommen?)

Doch macht man damit diese Anbieter, vor allem Youtube und Facebook nicht noch stärker? Zementiert man damit nicht deren Marktstellung? Handelt es sich bei Ihnen einfach nur um „Drittplattformen“, oder sind es Netzwerke, die zum Ziel haben, dass die Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange bei ihnen verweilen? Weiterlesen Wem nutzt es, wenn man ARD und ZDF auf Youtube und Facebook folgen kann?