Zitiert: Werbeagenturen bestimmen, wie Öffentlichkeit aussehen soll

Die Werbeagenturen, die die Öffentlichkeitsbedürfnisse der Industrie einsammeln, bestimmen, wie Öffentlichkeit aussehen soll. In dem Moment müssten sich alle Stiftungen, die gemeinnützig sind, verbünden, um wieder eine klassische bürgerliche Öffentlichkeit zu etablieren. Diese Gegenöffentlichkeit, die die klassische Öffentlichkeit bewahren hilft, müssen wir organisieren. Immer wenn wir einen Missbrauch sehen, müssen wir ein Gegenmittel ersinnen.

Alexander Kluge: Im Netz gibt es keine Öffentlichkeit. In: epdmedien 70 Jahre Sonderheft, S. 12

Zitiert: Es braucht eine Gegenöffentlichkeit, die die Gleichgewichte wieder herstellt

Die smarten digitalen Agenturen sind in der Lage, unsere Wünsche schneller zu verstehen, als wir sie in uns erzeugen. Da sitzen wir als Roboter davor. Ausgeleert. Wenn Algorithmen so mächtig sind, müssen wir an einer Gegenöffentlichkeit bauen, die die Gleichgewichte wiederherstellt. Vor allem muss man das Selbstbewusstsein der Produktionssphäre aufrechterhalten, wenn sich sonst alles in Informatik auflöst. Wir brauchen menschliche Arbeit in der Gesellschaft. Wir müssen die schwierigere Arbeitswelt verteidigen gegen die Verteilerwelt.

Alexander Kluge: Im Netz gibt es keine Öffentlichkeit. In: epdmedien 70 Jahre Sonderheft, S. 8