Historie des „Begriffs“ Lügenpresse und aktuelle medienkritische Debatten

Der Vorwurf der Lügenpresse ist nicht neu. Den Vorwurf, die Presse würde lügen, gab es schon vor über 200 Jahren, der Begriff „Lügenpresse“ vor fast genau 100 Jahren erstmals in einer Publikation öffentlich verwendet. Neu ist, in welchem politischen Kontext er gebraucht wird. Spannend ist, dass die Zensur lange als Mittel galt, die Zeitungen vom Lügen abzuhalten.

 

Im Rahmen der Linken Medienakademie hielt ich am Montag, 23.9.2015, in dem Räumen der Humboldt-Uni einen Einführungsvortrag zur Historie des Begriffs der „Lügenpresse“.

 

Vortrag in Langform – das gesprochene Wort war kürzer – zum Download (pdf)

Zitiert: Sind Massenmedien immer noch „asoziale“ Medien?

„Die Kernfrage lautet: Waren die „alten“, etablierten Kanäle wie Presse, Radio und Fernsehen also in gewissem Sinne – und bitte in Anführungsstrichen – schlicht „asozial“ – und sind sie es, da sie ja weiter existieren, am Ende immer noch? Auch wenn das…

Zitat: Kritik am „konstruktiven Journalismus“

„Haagerup … plädiert dafür, die klassischen Kriterien, welche Berichte Nachrichtenwert haben, um den Gedanken der Konstruktivität zu ergänzen. Aber vieles, das er in seinem Buch anprangert, sind gar keine Beispiele für klassischen, negativen Journalismus, sondern einfach Beispiele für schlechten Journalismus. Das Phänomen, dass klassische Auswahlkriterien von Nachrichten dazu führen, sich fast ausschließlich mit Negativem zu beschäftigen, vermischt er mit der Kritik an der Boulevardisierung und Trivialisierung von Medien – zweifellos ein Problem, aber ein anderes.“

 

Stefan Niggemeier, FAS, 23.8.2015 (online)

Medien in Südosteuropa: Unabhängiger Journalismus kämpft ums Überleben

Roman Berger war bei einer von der OSZE veranstalteten Konferenz zu „Meinungsfreiheit, Medienvielfalt und (Selbst)-Zensur“, die in Belgrad stattfand.

 

„Viele der in Belgrad anwesenden Medienschaffenden aus den Balkanstaaten fühlen sich im Stich gelassen. Über ihre dramatische Lage werde in den internationalen Medien nur noch selten berichtet, weil es in Ex-Jugoslawien keine offenen Konflikte mehr gebe. Übersehen werde, dass die Ursachen der Kriege in den 90er-Jahren noch lange nicht bewältigt seien.“

 

Infosperber, 04.08.2015

 

Zum Nachlesen (online)

Zitiert: Vielfalt in der Breite für alle Generationen

„Die Presse einer Millionenstadt erlaubt eine unendliche Vielfalt der Gliederung, nach politischer Orientierung, nach Ständen und Gesellschaftsklassen, nach Berufsinteressen und nach Liebhabereien. In alle diese Richtungen lassen sich Schnitte legen, lassen sich die Zeitungen spezialisieren. Nur nach Generationen nicht. Denn Generationen sind…