Zitiert: Schmale Gewinne, wenige Qualitätsanreize bei Fernsehfilmen

Bei einem Kinofilm hat ein Produzent eine Chance auf Gewinn, wenn ein Film erfolgreich ist und viele Leute ins Kino gehen. Die meisten Fernsehfilme sind dagegen reine Auftragsproduktionen. Da ist alles vorher kalkuliert, auch ein kleiner Gewinn für die Firma. Am ersten Drehtag hat der Produzent sein Geschäft quasi schon gemacht. Theoretisch könnte es ihm völlig egal sein, wie gut der Film wird, jedenfalls aus wirtschaftlicher Sicht. Die meisten Produzenten, die vom Fernsehen leben, bemühen sich trotzdem um hohe Qualität und opfern dafür oft genug ihre schmalen Gewinne. Aber ein wirtschaftlicher Anreiz, das zu tun, besteht nicht.

Jan-Josef Liefers, sueddeutsche.de, 30.10.2024 (online)

Zitiert: Wie bei den Fernsehfilmen gespart wird

Der „Tatort“ ist vermutlich das letzte Lagerfeuer der deutschen TV-Welt, um das sich immer noch zuverlässig viele Millionen Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Gesellschaftsschichten versammeln. Im Fall des Münster-„Tatort“ handelt es sich noch dazu um eine Krimikomödie, da bräuchte man eigentlich erst…

Zitiert: Wie man Themen erzählen muss

Es ist gibt Themen, die anders erzählt werden müssen als der Watergate-Skandal, den de Wecks Helden Carl Bernstein und Bob Woodward Anfang der 1970er-Jahre aufdeckten. Dass wir heute mehr über Depression, Demenz oder die Auswirkungen von sexueller Gewalt wissen, liegt auch daran, dass Journalistinnen und Journalisten erkannt haben, dass es Geschichten gibt, die ihre Kraft erst im Persönlichen entfalten. Und den Mut hatten, ihren Chefredakteuren zu erklären, dass „kleindramatische“ Themen wie etwa Kindererziehung ähnlich relevant sein könnten wie die geheime Panzerstatistik des Verteidigungsministeriums.

Charlotte Theile, sueddeutsche.de, 30.10.2024 (online)