Zitiert: Entwicklungskosten im Non-Fiction-Bereich

Im Non-Fiction-Bereich machen Entwicklungskosten acht Prozent des Umsatzes aus. Auftraggeber übernehmen davon zwölf Prozent. Somit werden 88 Prozent der Entwicklungskosten nicht von ihnen finanziert – rechnerisch rund sieben Prozent des gesamten Umsatzes. Bei Pitches erleben wir dieses Missverhältnis ganz konkret: Einer Vergütung von durchschnittlich 2.000 Euro stehen nach unserer Erfahrung leicht 14.000 Euro Kosten gegenüber. Pro Teilnahme bleiben 12.000 Euro ungedeckt. Konkurrieren vier Unternehmen um einen Auftrag, gehen drei ohne Zuschlag aus. Bei gleichen Erfolgschancen bedeutet das für ein Unternehmen nach vier Teilnahmen im statistischen Mittel: 36.000 Euro ungedeckte Entwicklungsarbeit allein für Projekte, aus denen kein Produktionsauftrag entsteht. Und auch als Gewinner muss man die nicht vergüteten Entwicklungskosten erst noch erwirtschaften. […]

Deshalb wünsche ich mir angemessene Pitch-Honorare und mehr und besser ausgestattete Entwicklungsverträge. Bei begrenzten Mitteln kann das weniger Beauftragungen bedeuten. Diesen Zielkonflikt sollten wir offen diskutieren. Keine Lösung ist, hohe Entwicklungsansprüche aufrechtzuerhalten und ihre Finanzierung weitgehend den Produzenten zu überlassen.

Marcus Uhl, dwdl.de, 03.11.2026 (online)