Schon in der Vergangenheit haben sich einzelne Journalisten für konservative bis rechte Medien als Arbeitgeber entschieden – aus Überzeugung, wegen einer beruflichen Chance (z. B. hierarchischer Aufstieg) oder mangels Alternativen. Mir ist eine ganze Reihe von Journalisten bekannt, einige davon frühere Arbeitskollegen, die diesen Weg gewählt haben und längst unter anderem für die NZZ, Nius oder die Junge Freiheit arbeiten. Mehrere sind einen Schritt weitergegangen und haben Positionen bei der AfD angenommen, politische Ämter oder andere Aufgaben (z. B. Pressesprecher). […]
Doch es scheint kein Tabu mehr zu sein, für ein rechtes Medium zu arbeiten oder sich sogar weitergehend in diesem Bereich zu engagieren (z. B. auch Blog, Podcast oder YouTube-Kanal mit dieser Ausrichtung). Hier denke ich beispielsweise an einen früheren Kollegen, der sich zu einem prominenten Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entwickelt hat, für den er zuvor viele Jahre gearbeitet hatte. Hier spiegeln sich ein politisches und gesellschaftliches Umdenken auf persönlicher Ebene wider.
Attila Albert, kress.de, 08.10.2026 (online)

