Zitiert: Vom themenspezifischen Medienmisstrauen zum allgemeinen Medienmisstrauen

Wenn man all diese Erkenntnisse aus der Forschung sowie die fortlaufende Medienkritik und das verheerend geringe Medienvertrauen in die deutschsprachige Berichterstattung versteht und kombiniert, dann müsste man als verantwortungsvolle Führungskraft, als Chefredakteur oder Intendantin alles stehen und liegen lassen und sofort tätig werden. Allem voran steht, dass man die eigene Berichterstattung seriös wissenschaftlich untersuchen lässt. Die Ressourcen sollten eingeräumt werden, gerade mit dem Wissen aus der Forschung, dass das Medienvertrauen zur deutschen Nahostberichterstattung laut Mainzer Langzeitstudie bei alarmierend niedrigen 27 Prozent liegt, während das allgemeine Medienvertrauen 47 Prozent verzeichnet.

Vom themenspezifischen Medienmisstrauen bis zum allgemeinen Medienmisstrauen ist es laut der Reinemann-Studie nur noch ein kleiner Schritt. Und daraus könnte wiederum ein allgemeines Institutionenmisstrauen und in Folge ein allgemeines Demokratiemisstrauen erwachsen – dies gilt es zu beforschen und nicht medial herauszufordern. Journalismus und die freie Presse sind die Grundvoraussetzung für eine freie und öffentliche Debatte und für jede Demokratie. Durch „Journalistic Malpractice“, durch dauerhaftes und wissenschaftlich bewiesenes journalistisches Fehlverhalten, könnten sie neben ihrem eigenen Berufsstand auch die Demokratie als solche gefährden.

Nadia Zaboura, derstandard.de, 12.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)