Zitiert: „Freie Hand“ bei der ARD

Bei dieser Serie habe ich das nicht erlebt, da hatten wir freie Hand. Aber ich merke, dass Sender und Streamer inzwischen sehr vorsichtig mit brisanten Themen umgehen. Man versucht, Themen so zu erzählen, dass sie nicht provokant werden, man tendiert eher dazu, politisch korrekt zu erzählen, auch in den Krimis. Auf der anderen Seite brauchen wir aber auch den Mut zur politischen Unkorrektheit im Erzählen. Es wäre schrecklich, wenn wir an den Punkt kommen, wo wir bestimmte Themen nicht mehr erzählen, weil das politisch brisant wäre.

Christian Jeltsch, epd medien, 13.06.2024 (online)

Zitiert: Menschen zum Sprechen zu kriegen

Das ist eine der Qualitäten von Thomas Heises Arbeit: Menschen zum Sprechen zu kriegen, die das Sprechen nicht gewohnt sind, um etwas über Leben zu erfahren, die außerhalb des eigenen Horizonts gelebt werden. Das macht Stau zu einem zeitlosen Dokument, dem präzisesten Film, den es bis heute über deutsche Neonazis gibt, weil Heise die Gruppe für seine Interviews vereinzelt, zuhört, nachfragt, um hinter die Selbstentwürfe zu kommen, die medial kicken – nicht, um etwas zu entschuldigen, sondern, um etwas sichtbar zu machen.

Matthias Dell, zeit.de, 31.05.2024 (online)