Zitiert: Kartenkriege

Die Strategie, Einflusssphären über Karten festzulegen, hat Tradition. Viele antike und mittelalterliche Karten waren Projektionen von Macht, die Weltanschauungen und Ambitionen vermittelten. So etwa der Vertrag von Tordesillas aus dem Jahr 1494, der die Welt zwischen Spanien und Portugal aufteilt: Die Grenzziehung…

Zitiert: Aufgabe der Medien ist die kritische Distanz

Deutschland befindet sich in einer Art Kriegsrausch. Dies betrifft nicht nur Politiker, die geschlossen „eine der schlagkräftigsten Armeen in Europa“ aufstellen wollen, sondern auch die intellektuelle Elite. Nach einer zweijährigen Corona-Lethargie scheint makropsychologisch das Bedürfnis nach einem befreienden Moment überhandzunehmen. Hier müssen…

Zitiert: „Ortskräfte“ oder „Kollaborateure“

Diskutieren wir mal kurz, wie zum Wehrdienst einberufen wir Medien spuren, wenn wir kollektiv einen Tendenzbegriff wie „Ortskräfte“ übernehmen. Das sind, ohne moralische Dimension, Kollaborateure. Außenminister Maas sprach im März von der wahrscheinlichen Machtübernahme der Taliban, Verteidigungsministerin AKK im Mai von der moralischen Verantwortung gegenüber den Kollaborateuren. Das eigentliche Mirakel ist, wie klar sehenden Auges die Bundesregierung in diese Falle getapert ist – sie sich im Grunde selbst gestellt hat.

Friedrich Küppersbusch, taz.de, 29.08.2021 (online)

Zitiert: Propaganda hat jetzt Hochsaison

Emmanuel Macron und andere verwenden in ihren Reden Kriegsvokabular. Historikerin Barbara Stelzl-Marx analysiert, was der Hintergedanke dieser martialischen Rhetorik ist. …. Kriegsrhetorik steht bei Macron, italienischen Medien oder Donald Trump im Zusammenhang mit der Corona-Krise hoch im Kurs. Ist dieser Stil der…

Zitiert: Wie ein Begriff Kriege legitimiert

Um die gegenwärtigen Konflikte in der Welt zu beschreiben, nutzen Medien und Politiker häufig Begriffe wie »asymmetrische«, »hybride« oder »neue Kriege«. Das Problem: Sie sind analytisch unpräzise und empirisch umstritten. Zugleich dienen sie als Rechtfertigung für die Kriege des 21. Jahrhunderts. … Medienvertreter hingegen sollten sehr achtsam mit den Etiketten der »neuen«, »hybriden« und »asymmetrischen« Kriege umgehen. Als vage Sammelbegriffe tragen sie nicht immer zur Aufklärung bei, sondern verhindern diese teilweise sogar.

Sebastian Haupt, Katapult 09/2016 (online)