Schweizer Medien im Qualitätstest

“Im Sommer soll sich zeigen, wer in der Schweiz der qualitativ beste Informationsanbieter ist. Ein Verein will eine Rangliste publizieren, die von Wissenschaftern erstellt wird. Gut 400 000 Spenderfranken brachten die Initianten zusammen. Vierzig  Angebote in der Deutschschweiz und der Romandie will man testen, darunter Zeitungen, News-Websites sowie Radio- und Fernsehsendungen. Rein regionale Titel werden nicht berücksichtigt”

 

Dies berichtet Rainer Stadler in der Neuen Züricher Zeitung (13.2.2016, online)

Sind 2,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ein Mißerfolg?

“Das ZDF-Dokudrama ,Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe‘ mit Lisa Wagner kam nur auf 2,46 Millionen Zuschauer.“ Es ist dieses „nur“, was irritiert. Es stimmt in der Perspektive, dass eine Fernsehsendung um 20 Uhr 15 und damit zur besten Sendezeit nur 2,46 Millionen Zuschauer hat. … Die überaus konservative Programmpolitik plus die offensichtlich abhandengekommene Meisterschaft für ein Dokudrama oder für eine Politserie müssen zu diesen Quoten führen. Das „nur“ steht für „immerhin“. Die Sender führen ihr Publikum nicht mehr, Verführung ist streng verboten, Angebot und Nachfrage sind zur Deckung gekommen.”

 

Dietmar Huber, Tagesspiegel, 28.01.2016 (online)

Zitiert: Themen managen, ohne sie im Ansatz zu begreifen

„Viel relevanter für unser Tun erscheint mir die Trägheit, Gleichgültigkeit unserer Branche, die nur noch „Content“ zu kennen scheint, aber keine Recherche mehr, die Themen „managen“ und „choreographieren“ will, ohne sie auch nur im Ansatz zu begreifen. Wenn sich Redaktionen damit zufrieden geben, bei einem Massaker, einem Giftgasangriff, einem Flugzeugabschuss die eine Seite zu zitieren, dann die andere Seite und das Ganze abschließend als Ausgewogenheit bezeichnen – dann haben sie ihren Beruf verfehlt. Unklarheit kann Beginn einer Recherche sein, aber niemals ihr Ergebnis“

 

„Spiegel“-Korrespondent Christoph Reuter im Interview mit kress.de, 16.11.2015, (online)

DLF-Nachrichtenredaktion klassifiziert „sieben Todsünden“ der Nachrichten

Marco Bertolaso hat sich einmal mit sieben sehr zugespitzten Vorwürfen gegenüber dem Deutschlandfunk gewidmet. Dies reicht von „Ihr macht doch alles, was die Regierung will“ bis hin zu „Ihr seid die Lügenpresse!“

 

Leider geht er an dieser Stelle  (2.11.2015) nicht auf die Produktionsbedingungen des Radio-Nachrichten- Journalismus ein. Es ist ja möglich, dass, obwohl alle nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten, das Nachrichtenangebot die Realität trotzdem nicht entsprechend widerspiegelt und sich daraus die Kritik speist – wobei den Medien und damit auch dem Deutschlandradio falsche Ursachen zum Vorwurf gemacht werden. Weiterlesen DLF-Nachrichtenredaktion klassifiziert „sieben Todsünden“ der Nachrichten

Kritik und Lob am Kinderkanal

„Es gibt einige Gründe, das Programm des Kinderkanals von ARD und ZDF zu kritisieren. Die meisten Zeichentrickserien sind austauschbar, viele Dokumentationen sind eher gut gemeint als gut gemacht, und innovative Ansätze sind Mangelware. Umso respektabler ist das Engagement für Minderheiten und Außenseiter, das Reihen wie „Schau in meine Welt!“ oder „Stark!“ prägt. Einmal im Jahr zeigt der Kika zudem Reportagen, Magazine und Filme rund um einen relevanten Schwerpunkt; bislang waren dies Themen wie Integration und Inklusion oder die Rechte der Kinder.“

 

Tilmann Gangloff, Stuttgarter Zeitung, 16.10.2015 (online)