Zitiert: Der Unterschied zwischen politischem und literarischem Hass

Der Literaturwissenschaftler Karl-Heinz Bohrer, einst selbst so etwas wie der Rio Reiser seines Faches, hat gerade eine Studie über diese Form der Hassrede veröffentlicht, in der er zwei Formen des Hasses scharf voneinander trennt: den politischen Hass einerseits und den literarisch-imaginativen Hass…

Zitiert: Das soziale Web ist zum Kampfplatz der Geopolitik geworden

Es entfaltet sich eine absurde Dynamik: Aus ihrer Kritik an Chinas Firewall heraus errichten Demokratien ihrerseits Firewalls um ihre digitalen Ökosysteme – um China draußen zu halten. Chinesische Handy-Hersteller arbeiten an einem alternativen App Store, den China auch in Staaten seiner „neuen…

Zitiert: Teilen bedeutet nicht mehr halbieren

Tatsächlich bedeutet digital teilen überhaupt nicht mehr, wie in einer ursprünglichen Bedeutung des Verbs, halbieren. Das Gegenteil, duplizieren, bedeutet es auch nicht. Wäre das Video von Georgs Floyds letzten Lebensminuten nicht einmal, sondern zweimal und dann vier- und dann vielleicht noch achtmal gespeichert und gesehen worden, wäre nicht viel geschehen. Digitales Teilen ist exponentielles Vervielfachen, von Bildern ganz besonders. Die kurzfristigen Folgen sind gewaltig, die mittel- und langfristigen Folgen noch nicht abzusehen.

Christian Bartels, medienkorrespondenz.de, 14.06.2020 (online)

Zitiert: Es war auch schon einmal einfacher, TV-Entertainer zu sein.

Klaas ging einst – wie übrigens auch Jan Böhmermann – beim Godfather des deutschen TV-Schabernacks Harald Schmidt als dessen Sidekick in die Lehre. Schmidt hat sich nie politisch engagiert. Das erwartete sein Publikum auch nicht von ihm. Dies ist sowohl bei Böhmermann als auch bei Joko und Klaas anders. Ihre vorwiegend noch jungen Fans sind vor allem vom Internet sozialisiert worden, also in höchst unübersichtlichen virtuellen Welten, in denen an jeder Ecke ein Troll lauert. Sie wollen folglich wissen, wo genau ihre Idole, auch politisch, stehen, selbst wenn die lediglich Großmeister des gehobenen Unsinns sind.

Kai-Hinrich Renner, Berliner Zeitung, 06.03.2020 (online)