Dass sich Intendant*innen der ARD Druck von außen beugen, ist heute noch vorstellbar. Aber nicht, dass der Protest gegen das Einknicken direkt im Programm zur Sprache kommt.
René Martens, taz.de, 04.06.2021 (online)
Ob nun Instagram-Likes schwer genug wiegen, um eine Mitarbeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk unmöglich zu machen, weil man daraus rückschließen würde, dass Nemi El-Hassan nicht hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehe – das wäre die entscheidende Frage, die der WDR klären und beantworten müsste.…
Noch ist Großbritannien von Zuständen wie in Ungarn oder Polen weit entfernt, aber vieles erinnert eben dennoch an die Anfänge eines Orbán oder eines Kaczyński. Das systematische Bestreben, die Kontrollorgane der Exekutive auszuschalten, ist inhärent autoritär und trifft neben der Justiz in…
Dass sich Intendant*innen der ARD Druck von außen beugen, ist heute noch vorstellbar. Aber nicht, dass der Protest gegen das Einknicken direkt im Programm zur Sprache kommt.
René Martens, taz.de, 04.06.2021 (online)
Auch wenn man es vielleicht nicht hören will, weil man ja immer gerne denkt, dass man es gerade sehr schwer hat, würde ich sagen: Das Leben für kritische Journalisten war in den 60-er und 70-er-Jahren wesentlich ungemütlicher. Damals sind Kollegen reihenweise rausgeflogen,…
Die erste Grenze des Journalismus ist die seines Selbstverständnisses. Das kreist in parlamentarischen Demokratien um Begriffe wie Unabhängigkeit, Neutralität, Objektivität, Unparteilichkeit usw. Diese Selbsterzählungen funktionieren nur durch die Setzung der eigenen hegemonialen Weltansichten als einzige Wahrheit (Demokratie gut, Marktwirtschaft gut usw.). In…