Während die Nomenklatura des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf das scheinbare Grundrecht einer opulenten Finanzierung beharrt, wuchert in den Redaktionen die Identitätskrise. Manchem langgedienten Mitarbeiter bei ARD und ZDF stößt es bitter auf, dass der eigene Arbeitgeber für geschätzte 200 Millionen Euro umfangreiche Rechte an den künftigen Olympischen Spielen gekauft hat – während im Informationsbereich der Euro zweimal umgedreht wird? Weiterlesen Worauf der Streit zwischen FAZ und öffentlich-rechtlichem Rundfunk auch beruht
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Zitiert: Wie gut Filme entstehen können
Es gibt die Talente in Deutschland, man muss nur die richtigen Leute zusammenbringen und zusammenhalten. Ein Riesenbudget, wie es zum Beispiel Tom Tykwer für sein Babylon Berlin bekam, braucht es dafür nicht: Die beteiligten Sender haben sich Das Verschwinden sechs Millionen Euro kosten lassen, 90 Drehtage gab es für das Projekt. Nicht schlecht, aber auch nicht rekordverdächtig. Spannend wird nun, ob das Fernsehpublikum die auf dem Filmfest spürbare Begeisterung teilen wird. Und wie die ARD es verkraftet, wenn trotz allem keine Tatort-Quote für sie herausspringt.
David Denk, Süddeutsche Zeitung, 29. Juni 2017 (online)
Mehr Informationen bei ProSiebenSat.1 würde Gewinn nur unwesentlich schmälern
Man kann ja viele Gründe anführen, warum private Rundfunksender teilweise über den Rundfunkbeitrag finanziert werden sollten, wie es ProSieben-Sat1-Vorstand Conrad Albert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung getan hat (Zitate z.B. hier):
- weil sie mit ihren Nachrichtensendungen mehr junge Menschen erreichen als ARD und ZDF (was nicht stimmt),
- weil sie für das junge Publikum die mediale Grundversorgung übernehmen ( aber gehen die nicht fast alle ins Internet?),
- weil die Finanzierung nicht an der Institution, sondern an den Inhalten festgemacht werden sollte (Sollen dann auch Zeitungen und Internetangebote Beitragsmittel erhalten?)
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Zitiert: ARD und ZDF sollen „Feldwege“ der Quote … meiden
In einem Lied der Kubanischen „Buena Vista Social Club“ wird davor gewarnt, im Leben die sichere Straße zugunsten der Verlockungen eines Feldweges zu verlassen. Dieses Motto kann durchaus auf unsere Frage nach dem publizistischen Qualitätsbeitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Zukunft übertragen…
Peter Frey: Dokus statt Magazine – ein Trend?
“Dahinter steht tatsächlich eine strategische Entscheidung. In Magazinen laufen häufig dieselben Themen, nur anders aufbereitet. Dokumentationen bieten mehr Chancen zu Originalität und Vertiefung. Außerdem bleiben sie länger frisch und können so immer wieder eingesetzt werden – im Hauptprogramm, auf ZDFinfo, 3sat und Phoenix. Dokus sind nachhaltiger als Magazine.”
(Peter Frey, taz, 13.03.2017, online)
Doch so, wie “Dokumentationen … mehr Chancen zu Originalität und Vertiefung” bieten als Magazine, bieten Magazin “mehr Chancen zu Originalität und Vertiefung” als Sport-Liveberichterstattung.
