Der Medienkonsum wird in Teilen zunehmend oberflächlich, kursorisch. Da liest man vielleicht noch die Titelzeile und den ersten Absatz, klickt sich durch Social-Media-Kacheln, schaut sich ein kurzminütiges Interviewreel an. Nicht immer folgt darauf ein Weiterrecherchieren, eine tiefere Beschäftigung mit dem Thema. Daraus wiederum ergibt sich eine besondere Verantwortung für das öffentlich-rechtliche System, in solchen Formaten klar, deutlich und journalistisch präzise zu sein, egal wie kompakt es sein mag: Es handelt sich um eine Partei, die in Teilen gesichert rechtsextrem ist. Und es gehört dazu, einzuordnen, was das konkret bedeutet. Eine journalistisch gebotene Einordnung ist zwar bei einer Partei wie dieser besonders wichtig, muss aber auch bei allen weiteren Parteien vorgenommen werden.
Nadia Zaboura, derstandard.at, 10.10.2026 (online)

