Das Ende des Arznei-Telegramms ist wirklich nicht das, was ich wollte, und unser Redaktionsteam auch nicht. Aber leider habe ich es nicht geschafft, einen Nachfolger zu finden. Also musste ich die Reißleine ziehen. Sonst wäre ich mit über 80 immer noch hier, ich bin jetzt 77. […]

Ich glaube, in dieser von vielen Unwägbarkeiten geprägten Zeit zögern Kollegen, die Verantwortung für eine pharmaunabhängige Zeitschrift zu übernehmen, auch finanziell. Wir finanzieren uns ja werbefrei, ausschließlich über Abonnements. […]

Die Pharmaindustrie ist wie eh und je vorrangig am Umsatz interessiert. Deshalb hat sie immer einen Zielkonflikt, wenn es darum geht, Nutzen und Risiken realistisch darzustellen. Es geht ihr letztlich vorrangig darum, dass der Umsatz nicht einbricht. […]

Es gibt natürlich manche Arzneimittel, die neu und wichtig sind und den Patienten großen Nutzen bringen. Aber leider gibt es auch eine Vielzahl neuer Arzneimittel, die im besten Fall überflüssig sind und im schlimmsten Fall sogar gefährlich. Bei solchen Produkten dominiert der Wunsch der Firmen nach Umsatz, auch zum Schaden von Patienten.

Wolfgang Becker-Brüser, sueddeutsche.de, 05.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)