Zitiert: Zappen kann Vielfalt befördern

Ich halte den Verlust der Serendipität für eines der größten Probleme der heutigen Medienwelt. Früher konnte man beim Zappen auf eine Sendung stoßen, die man niemals bewusst ausgewählt hätte. In einer Buchhandlung konnte ein Cover Interesse wecken, ohne dass ein Algorithmus es vorher für uns berechnet hatte. Genau diese Zufallsentdeckungen fehlen heute. Wenn Spotify mir immer wieder Musik empfiehlt, die meiner bisherigen Auswahl ähnelt, bekomme ich zwar zuverlässig das, was ich mag – aber immer seltener etwas, das mich wirklich überrascht. Medien müssen deshalb wieder stärker Neugier erzeugen, statt nur Vorlieben zu bestätigen.

Alan Wolk, Out Takes, 18.09.2026 (online)

Zitiert: Die Unterhaltung der alten Bundesrepublik versammelt in einer Messehalle

Muss man sich einmal vorstellen: Barbara Schöneberger macht einen Witz über Botox. Karl Lauterbach nennt Markus Söder den besten Schauspieler aus Berlin. Stefan Raab und Sebastian Pufpaff winken sich quer durch den Raum zu. Es ist alles noch da. Die Unterhaltung der alten Bundesrepublik, versammelt in einer Messehalle. Also ist vermutlich alles gut. Sie sehen doch noch fern? Oder?

Thore Rausch, sueddeutsche.de, 10.09.2026 (online)

Zitiert: Warum Lanz, Maischberger und Co. umdenken sollten

Nun war der Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt alles andere als klassisch: die gesichert rechtsextreme AfD verpasst in dem Bundesland eine absolute Mehrheit nur knapp. Deshalb wäre es wichtig, die Kein-Weiter-so-Formel auch an die Medien selbst zu richten. Also warum nicht als…

Zitiert: Wahlabende als Mathematikstunden des Politikjournalismus

Die Sendezeit wird unter den Parteien aufgeteilt, die im Landtag zu erwarten sind. Regierungsbildungsoptionen werden in Szenarien sortiert. Kuchenstücke werden so aneinandergelegt, dass sie mehr als die Hälfte der Kuchenplatte einnehmen. Man kennt das Verfahren. Das Verfahren ergibt an sich auch Sinn.…