„Kaum höhere Einnahmen durch neuen Rundfunkbeitrag“, heißt es bei digitalfernsehen. „Neuer Rundfunkbeitrag stoppt Einnahmerückgang“, titelt heise.de. „Der neue Rundfunkbeitrag zahlt sich für ARD und ZDF aus. Erstmals seit Jahren gehen die Einkünfte der öffentlich-rechtlichen Sender nicht mehr zurück“, schreiben verkürzt sueddeutsche.de und Frankfurter Rundschau.
Und was hat die ARD erklärt?
„Nach einer vorläufigen Schätzung, die ARD, ZDF und Deutschlandradio der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) vorgelegt haben, liegen die bisherigen Einnahmen aus dem neuen Rundfunkbeitrag auf dem erwarteten Niveau.“
„Erfüllen SWR und NDR ihren Programmauftrag?“ fragte der SPIEGEL und verwies unter Bezug auf eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung darauf, dass die dritten Programme ihren Info-Anteil künstlich hochrechnen. Selbst die Privaten würden nicht so stark auf Service-Themen und menschelnde Aufbereitung setzen.
Die Studie belege erstmals das Ausmaß der Boulevardisierung der Dritten, das dem der privaten Konkurrenz entspricht. Der NDR setze mit „fast der Hälfte der fernsehpublizistischen Beiträge“ einen Schwerpunkt auf Human-Touch-Berichterstattung. Weiterlesen
Seit mehr als drei Jahren ist im deutschen Fernsehen Product Placement erlaubt. Die Nachfrage ist bisher schwach. Der RTL-Vermarkter IP Deutschland führt aktuell ein neues Produkt ein: „Digital Product Placement“, meldet wuv.
Anders als beim bekannten Product Placement… Weiterlesen
Eines von McLuhans Mediengesetzen besagt: „Wir formen unser Werkzeug, und danach formt unser Werkzeug uns“. Diese Einsicht von McLuhan ist entscheidend für das Fernsehen der Zukunft: denn das Fernsehen, das wir derzeit haben, prägt auch seine eigene Zukunft und unsere mit. Karl Marx hatte darauf hingewiesen, dass man die Produktion nicht unabhängig von der Konsumption betrachten kann. Ein Produkt wird zum Produkt erst dadurch, dass es konsumiert wird. Ein Kleid, schreibt Marx, wird erst wirklich Kleid durch den Akt des Tragens.
Das Fernsehen der Zukunft ergibt sich meiner Ansicht nach weniger aus technischen Neuerungen und erst recht nicht aus mehr Quote – denn Quote bedeutet als Faustregel nur, dass man bald mehr vom Gleichen haben wird. Was Quote bringt, produziert vor allem Sendungsklone. Das Fernsehen der Zukunft wird – und dies ist mein festes Bekenntnis zum dualen System und damit zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen – in Wahrheit in erster Linie hervorgehen aus einer gründlichen Reflexion über das, was noch möglich ist.