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Zitiert: Wahrheit als Verhandlungssache

Inzwischen weiß ich, dass dahinter eine Strategie steckt, deren Annahme lautet: Die Wahrheit ist Verhandlungssache. Es ist eine Art kommunikativer Relativismus, den man zurzeit an vielen Stellen beobachten kann. Eine Anschuldigung wird wird durch eine Gegenanschuldigung relativiert. Und so ergibt sich aus einer vermeintlich eindeutigen Ausgangslage, einer anscheinend schuldigen und einer anscheinend unschuldigen Partei, ein nebliges Bild, auf dem nur noch zu erkennen ist, dass zwei Parteien sich miteinander streiten.

Ralf Heimann, MDR Altpapier, 06.03.2020 (online)

Zitiert: Produzentinnen erreichen mit weniger Förderung anteilig mehr Publikum als Produzenten

Filmproduzentinnen brauchen im Schnitt deutlich weniger Fördergeld als ihre männlichen Kollegen, um mit ihren Filmen Menschen ins Kino locken. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung, die Joachim Huber für den Tagesspiegel ausgewertet hat. Danach werden nur 12 Prozent aller Filme allein von Frauen produziert, hingegen 57 Prozent allein von Männern (der Rest sind Gemeinschaftsproduktionen) – und das, obwohl an den Vergabestellen für die Produktionen mehr Frauen als Männer sitzen.

Joachim Huber, tagesspiegel.de, 05.03.2020 (online)

Zitiert: Es war auch schon einmal einfacher, TV-Entertainer zu sein.

Klaas ging einst – wie übrigens auch Jan Böhmermann – beim Godfather des deutschen TV-Schabernacks Harald Schmidt als dessen Sidekick in die Lehre. Schmidt hat sich nie politisch engagiert. Das erwartete sein Publikum auch nicht von ihm. Dies ist sowohl bei Böhmermann als auch bei Joko und Klaas anders. Ihre vorwiegend noch jungen Fans sind vor allem vom Internet sozialisiert worden, also in höchst unübersichtlichen virtuellen Welten, in denen an jeder Ecke ein Troll lauert. Sie wollen folglich wissen, wo genau ihre Idole, auch politisch, stehen, selbst wenn die lediglich Großmeister des gehobenen Unsinns sind.

Kai-Hinrich Renner, Berliner Zeitung, 06.03.2020 (online)