Zitiert: Guter Journalismus fürs breite Publikum wird zum Verlustgeschäft

Elitemedien halten sich vorderhand einigermaßen, weil sie sich an ein kaufkräftiges Publikum von Entscheidungsträgern wenden, die gut informiert sein wollen. Die große medienpolitische und demokratiepolitische Herausforderung ist aber die verlässliche, nichtboulevardeske Information der Normalbürgerinnen und -bürger. Darauf ist die Demokratie angewiesen.

Roger de Weck, derstandard.at, 29.4.2023 (online)

Zitiert: Chatbot-Angebote als Staubsauger und Wurstmaschine

Solche Chatbot-Angebote funktionieren wie ein Staubsauger und eine Wurstmaschine. Der Staubsauger saugt alle von professionellen Redaktionen erstellten Inhalte ab, die im Netz erscheinen – und das ist sozusagen alles, was produziert wird – und leitet es in die Wurstmaschine. Dort werden die…

Zitiert: Vertiefung der News

Überall im Internet sind News gratis zu sehen und zu lesen: Nachrichten sind heute ein kostenloser Rohstoff. Worauf es ankommt, ist die Vertiefung dieser News. Solche Vertiefung erfolgt bei öffentlichen Medienhäusern vorwiegend audiovisuell, bei privaten vorwiegend in geschriebener Form. Da herrscht Komplementarität. Wer bei der SRG oder eines Tages beim ORF Texte ohne Bezug zu einer Sendung auf 1.000 Zeichen begrenzt, der ändert rein gar nichts an der Lage der Verleger, das ist Symbolpolitik. Und Kleinkrämerei.

Roger de Weck, derstandard.at, 29.04.2023 (online)

Zitiert: Guter Journalismus fürs breite Publikum wird zum Verlustgeschäft

Elitemedien halten sich vorderhand einigermaßen, weil sie sich an ein kaufkräftiges Publikum von Entscheidungsträgern wenden, die gut informiert sein wollen. Die große medienpolitische und demokratiepolitische Herausforderung ist aber die verlässliche, nichtboulevardeske Information der Normalbürgerinnen und -bürger. Darauf ist die Demokratie angewiesen.

Roger de Weck, derstandard.at, 29.04.2023 (online)

Zitiert: Verleger haben ihre eigentlichen Wettbewerber übersehen

Die österreichischen Verleger kenne ich kaum. Die Schweizer Verleger ihrerseits haben zwanzig Jahre zu spät gemerkt, dass ihre eigentlichen Wettbewerber Google und Co sind und nicht das öffentliche Medienhaus. Globale Plattformen haben das Geschäftsmodell der Verleger zerstört, aber ihr Feindbild bleibt der ORF, in meinem Land die SRG. Doch inzwischen dämmert es einigen Verlegern, dass sie sich auf einem Nebenkriegsschauplatz verkämpfen. Das hat die Debatte leicht entspannt. Illusorisch und anachronistisch ist die Vorstellung, die Schwächung der öffentlich-rechtlichen Medien werde die privaten Medien wesentlich stärken.

Roger de Weck, derstandard.at, 29.04.2023 (online)