Peter Frey: Dokus statt Magazine – ein Trend?

“Dahinter steht tatsächlich eine strategische Entscheidung. In Magazinen laufen häufig dieselben Themen, nur anders aufbereitet. Dokumentationen bieten mehr Chancen zu Originalität und Vertiefung. Außerdem bleiben sie länger frisch und können so immer wieder eingesetzt werden – im Hauptprogramm, auf ZDFinfo, 3sat und Phoenix. Dokus sind nachhaltiger als Magazine.”

 

(Peter Frey, taz, 13.03.2017, online)

 

Doch so, wie “Dokumentationen … mehr Chancen zu Originalität und Vertiefung” bieten als Magazine, bieten Magazin “mehr Chancen zu Originalität und Vertiefung” als Sport-Liveberichterstattung.

Dokumentiert: Programmanspruch beim ZDF

Peter Frey führte in der Aussenansicht der Süddeutschen Zeitung im Oktober 2016 aus (online): „Mich treibt die Frage um, warum die Zivilgesellschaft, vor allem im Osten, oft so passiv und wehrlos wirkt und sie Straßen und Plätze den Lauten überlässt. Dabei müssen wir unsere eigene Rolle bedenken.“

Sabine Rennefanz hatte in der Berliner Zeitung im September 2016 gefordert, dass das „Ost-Bashing“ aufhören müsse (online): „Es gibt ja kein ostdeutsches Gen, das Ostdeutsche anfälliger für Rassismus macht. Nicht die Herkunft entscheidet über die Anfälligkeit für Rechtsextremismus, sondern Bildung, Alter, Einkommen und soziales Milieu. Im direkten Vergleich, so eine aktuelle Studie, sind bei zwei Menschen in Ost und West, die bis auf ihren Wohnort ähnliche Bedingungen haben, keine Unterschiede bei der Einstellung zu Fremden feststellbar. Die Bekämpfung von Rechtsextremismus ist wichtig, aber das wird nicht reichen, um die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden.“ Weiterlesen Dokumentiert: Programmanspruch beim ZDF

Unterschiedliche Maßstäbe –  Mal so, mal so: Fußballspiel ja, Tatort nein

Til Schweiger zeigt wenig Verständnis für die Entscheidung des NDR, die „Tatort“-Doppelfolge „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ auf 2016 zu verschieben. „Wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, was wir im Fernsehen zeigen sollten“.

Hinweis: Fußballspiele werden bisher auch nicht verschoben.

 

Berliner Zeitung, 18.11.2015 (online)

Claas Danielsen: Warum ARD und ZDF beim Programm sparen müssen

„In diesem Jahr haben wie so viele Filme wie noch nie gesehen, wo im Abspann keinen Sender mehr auftauchen, und die völlig unabhängig produziert werden. Die Leute beuten sich komplett selbst aus. Die Sender sparen wegen der Pensionslasten immer mehr m Programm. Das Problem betrifft nicht nur den Dokumentarfilm, sondern es stellt sich allgemein brennend die Frage nach der Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sender.“

 

DOK-Leipzig-Festivaldirektor Claas Danielsen in Blickpunkt:Film 44/14

Dokumentiert: Mehr als 3200 Hörerinnen und Hörer wollen „2254 Nachtgespräche“ beim Deutschlandradio erhalten

„Am 11. September 2014 tagt der Hörfunkrat von Deutschlandradio erstmals öffentlich. Damit setzt er ein Signal für mehr Transparenz und lässt darauf hoffen, dass er erkannt hat, wie wichtig demokratische Kontrolle und Beteiligung der Öffentlichkeit für die Gesellschaft sind. Die Sitzung beginnt um 11 Uhr im Berliner Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz.

 

Zuvor, um 10 Uhr, wird dort eine Petition übergeben – mehr als 3200 Unterzeichner/innen fordern darin die Fortführung der „2254 Nachtgespräche“, einer Höreranrufsendung, die im Zuge der Programmreform bei Deutschlandradio Kultur gestrichen wurde. Die Begründungen der Programmverantwortlichen sind bei näherer Betrachtung nicht nur widersprüchlich, sondern auch kaum belegt, außer mit einer Studie von 2012, deren Ergebnisse bislang geheim gehalten werden. Weiterlesen Dokumentiert: Mehr als 3200 Hörerinnen und Hörer wollen „2254 Nachtgespräche“ beim Deutschlandradio erhalten