Zitiert: Verleger haben ihre eigentlichen Wettbewerber übersehen

Die österreichischen Verleger kenne ich kaum. Die Schweizer Verleger ihrerseits haben zwanzig Jahre zu spät gemerkt, dass ihre eigentlichen Wettbewerber Google und Co sind und nicht das öffentliche Medienhaus. Globale Plattformen haben das Geschäftsmodell der Verleger zerstört, aber ihr Feindbild bleibt der ORF, in meinem Land die SRG. Doch inzwischen dämmert es einigen Verlegern, dass sie sich auf einem Nebenkriegsschauplatz verkämpfen. Das hat die Debatte leicht entspannt. Illusorisch und anachronistisch ist die Vorstellung, die Schwächung der öffentlich-rechtlichen Medien werde die privaten Medien wesentlich stärken.

Roger de Weck, derstandard.at, 29.04.2023 (online)

Zitiert: Klaus Wagenbach – der Verleger war schuld

Für den Mord an Benno Ohnesorg wurde nie jemand verurteilt, der Schütze Karl-Heinz Kurras nicht, die Kollegen bei der Westberliner Polizei nicht, die ihn gedeckt und Geld für seine Verteidigung gesammelt hatte, bestraft wurde nur Wagenbach, der die Erschießung vom 2. Juni 1967 sachlich richtig als „Ermordung“ bezeichnet hatte. Nach dem Tod von Georg von Rauch wiederholte sich das Spiel, der Verleger war schuld, weil er den Band „Die Erschießung des Georg von Rauch“ veröffentlicht hatte.

Willi Winkler, sueddeutsche.de, 2012.2021 (online)

Zitiert: Was Claus Kleber beim ZDF hielt

Vielleicht fühlte der Bauch, dass ein sehr guter Fernsehreporter zwar auch ein herausragender Moderator sein kann, was Kleber ist, aber möglicherweise nicht unbedingt ein guter Chefredakteur eines Wochenmagazins. Geschäftsführer, Verleger und Headhunter fühlen so etwas oft nicht im Bauch; sie glauben immer…

Zitiert: West-Mediensystem sollte eins zu eins im Osten umgesetzt waren

Medienminister Müller (…) hat zum Beispiel klar gesehen, was passiert, wenn die starken SED-Bezirkszeitungen mit großen Westverlagen zusammengehen. Schnell wurde auch klar, dass der Westen das geplante umfassende Mediengesetz nicht wollte. Da sollte es um Dinge wie ‚innere Pressefreiheit‘ gehen, was für…

Zitiert: Kalle Ruch ist einer der ganz großen deutschen Verleger

Verleger waren einflussreiche Personen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Auch Kalle Ruch, obwohl – nein, weil er alles anders machen musste. … „Frei ist, wer reich ist. Das ist nicht von Karl Marx, sondern von Paul Sethe. Aber richtig ist es trotzdem. Und da Journalisten nicht reich sind, sind sie auch nicht frei“, hatte Sethe 1965 postuliert. Die taz tritt – gar nicht mal so unfreiwillig – täglich den Gegenbeweis an. Was nur einen Schluss zulässt: Kalle Ruch ist einer der ganz großen deutschen Verleger.

Steffen Grimberg, taz.de, 14.12.2019 (online)