Zitiert: Es war gar nicht schwierig allein unter Männern …

… nur manchmal etwas befremdlich. In abendlicher Runde, nach einigen Gläsern guten Weins, sprachen die männlichen Senderhierarchen über Protagonistinnen unserer Sendungen, etwa über eine lesbische Moderatorin, die besonders hübsch war. Jung ohnehin. Der eine fing an: „Die hat den Richtigen noch nicht getroffen.“ Der andere ergänzte: „Wenn einer von uns sich mal richtig Mühe gäbe bei der…“ Ich erstarrte über meiner Mousse au Chocolat. War ich tatsächlich eine Amöbe, durchsichtig und glatt zu übersehen von den Männern an meinem Tisch mit eher schütterem Haupthaar und der Lizenz zur kleinen Wampe?

Dagmar Reim, sueddeutsche.de, 26.01.2024 (online)

Zitiert: Die Zeit ist reif für Systemfragen

Ostdeutsche, die diese Zeit durchlebten, haben „Umbruchserfahrung“. Das heißt, sie kennen Orientierungslosigkeit, Anpassungsprobleme und Neuanfänge. Diese Erinnerungen sind oft schwer, aber kostbar. Denn wer sie hat, weiß: Gesellschaft ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist zerbrechlich, und es gibt Alternativen. Die Frage…

Zitiert: Wie der Kulturjournalismus zu einem Privileg einer Elite wird

Schreiben ist eine Tätigkeit, die man eigentlich nur in der konkreten Praxis wirklich lernen kann, am besten unter der Anleitung erfahrener Autor:innen, die ein Interesse daran haben, neue Talente zu entdecken und zu fördern. Je mehr Orte, an denen das stattfindet, zerstört…

Zitiert: Wenn es nur um Reichweite und Popularität gehen würde

Über die 118 Minuten der Kommissionspräsidentin wurde an diesem Tag auf allen Kanälen berichtet, das ist Pflicht. Auf dem Kanal der Deutschen Welle bei YouTube ist ihre staatstragende Rede bis heute knapp 5000-mal angeklickt worden. Die 60 Sekunden von Sonneborn schaffen es natürlich nicht in die Tagesschau. Bei YouTube hat der kurze Clip inzwischen aber mehr als 1,7 Millionen Klicks. Ginge es nur um digitale Reichweite und Popularität, Sonneborn wäre Kommissionspräsident.

Martin Sonneborn, berliner-zeitung.de, 04.02.2024 (online)