Zitiert: Der Grund für KI-Nationalismus

Die Chefs der großen Tech-Unternehmen haben sich den KI-Nationalismus ausgedacht, um gegen staatliche Regulierung zu argumentieren. Dahinter liegt die Behauptung, dass wir uns – ähnlich wie beim Wettrüsten im Kalten Krieg – heute in einem neuen Wettlauf um künstliche Intelligenz befinden, vor allem mit China. Nur geht es ihnen nicht um die Souveränität des Nationalstaats, sondern die ihrer eigenen Macht. Sie stellen sich als diejenigen dar, die die Zukunft der menschlichen Zivilisation und des Planeten sichern. Deshalb sollen sich ihnen alle nationalen Regierungen unterordnen.

Jill Lepore, sueddeutsche.de, 30.09.2026 (online)

Zitiert: Die Quotenfixierung ist auch aus professioneller Sicht falsch

Quotenerfolge lassen sich nicht am Reißbrett planen. Da kann man sich noch so sehr bemühen, mit der Mediennutzertypologie des Markt- & Sozialforschungsinstituts GIM Produkte passgenau auf Zielgruppen zuzuschneidern. Auch lässt es sich mit einer Schere im Kopf schlecht schreiben, vor allem, wenn gleich eine ganze Heerschar mitschnippelt – ein Drehbuch geht in einem Sender durch etliche Hände. Filme, über die man eine Woche nach Ausstrahlung noch nachdenkt, schafft man auf diese Weise nicht. Die werden anderswo gemacht. Wodurch sich der ÖRR auf Dauer sein eigenes Grab schaufeln wird.

Karlotta Ehrenberg, taz.de, 04.10.2026 (online)

Zitiert: Verein will Programmreform von Deutschlandfunk per Eilantrag stoppen.

Der Verein InformationsQualität des früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Günter Nooke will die geplante Programmreform des Deutschlandradios per Eilantrag stoppen. Ein entsprechender Antrag sei vor dem Verwaltungsgericht Köln gestellt worden, teilt der Verein mit. Die Kläger wollen verhindern, dass ab 1. Dezember sieben Fachsendungen vom Äther gehen, und fordern eine Leistungsanalyse vor dem Umbau. Auch aus der Belegschaft des Senders, von Gewerkschaften und vom eigenen Hörfunkrat hatte es Kritik an den Plänen gegeben. Das Deutschlandradio hatte daraufhin u.a. erklärt, dass der Umbau kein Sparprogramm sei und die Fachredaktionen erhalten bleiben würden.

Turi2.de, 06.10.2026 (online)

Zitiert: Viele politische und gesellschaftliche Themen bleiben journalistisch und medial unbearbeitet

Zu sagen, dieser Böhmermann-Typ sei ein linker Agitator, ist zwar inzwischen Internet-Folklore, aber bleibt ja eine Fremdzuschreibung. Wirklich nichts als Projektion. Wenn man den politischen Auftrag unserer Gruppe korrekt beschreiben würde, dann so: Es macht uns wahnsinnig, wie viele politische und gesellschaftliche…

Zitiert: Aktives oder passives Lesen

Wenn man früher täglich ein paar Zeitungen las und selbst entschied, was einen interessierte und was nicht, dann war das eine aktive Form des Lesens. Das ist etwas völlig anderes, als Nachrichten zu bekommen, von denen Tiktok glaubt, dass sie unsere Aufmerksamkeit 30 Sekunden lang halten können. Damit lagert man die Arbeit, zu unterscheiden, welche der verfügbaren Informationen für einen als Bürger wichtig sind, an ein System aus. Man entledigt sich dadurch eines bestimmten Teils seiner bürgerlichen Pflichten.

Jill Lepore, sueddeutsche.de, 04.10.2026 (online)