Medien-Blog

Das dürfte sich der KIKA in Kanada nicht erlauben

Laut einer Untersuchung des IFEM bestand das Kika-Programm im Jahre 2008 zu 59% aus Animationsfilm und zu 15% aus Realfilm (Fiction). 15% machte Information aus, 6% war pädagogisch intendierte Mischform und 5% waren nonfiktionale Unterhaltung. In der Untersuchung ist der deutsche Anteil aller Produktionen mit 49% ausgewiesen. Wie die Produzentenallianz allerdings feststellte, wurde im Jahre 2009 der Animationsanteil zu 82% aus dem Ausland zugeliefert. Und zu den 18% deutschen Anteils wurden auch noch die Wiederholungen gezählt. Wenn man davon ausgeht, dass die 26% des Programms, die nicht Fiction sind, aus dem Lande kommen, dann wird Fiction zu über 70% aus dem Ausland gestellt. Das wäre so in Kanada nicht möglich.

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Geringere Rechtekosten durch Verschlüsselung

Die ARD glaubt nicht daran, dass sich durch eine Satelliten-Grundverschlüsselung Lizenzkosten für den Erwerb von Übertragungsrechten für sportliche Großereignisse einsparen oder die Chancen auf den Zuschlag erhöhen lassen. Konkurrenten von ORF und SRG widersprechen.

Das Schweizer Fernsehen (SF) könne sich Programmeinkäufe im Bereich Film, Serie und Sport nur deshalb leisten, weil durch die Verschlüsselung und geographische Begrenzung die Lizenzen in einem „gerade noch finanzierbaren Bereich“ lägen, meldet digitalfernsehen.de.

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NDR-Rundfunkrat für Boxvertrag trotz weitgehender gleichbleibender Kosten je Kampf

Der NDR-Rundfunkrat hat am 24. Juni den umstrittenen TV-Vertrag zwischen der ARD und dem Sauerland-Boxstall abgesegnet. Die Zustimmung sei erst nach einer kontroversen Debatte und „trotz zum Teil erheblicher Bedenken“ erfolgt, heißt es in einer Pressemitteilung des Gremiums.

„Es hat sich gelohnt, dass die Gremien dem ursprünglich vorgesehenen Abschluss nicht zugestimmt haben“, resümiert der Rundfunkrats-Vorsitzende Volker Müller. „Der jetzt nachverhandelte Vertrag ist eine deutliche Verbesserung, beseitigt rechtliche Unklarheiten und hat sowohl die Laufzeit als auch das Volumen des Vertrages reduziert.“

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Kika-Betrugsprozess

Der Kika-Betrugsprozess zeigt für Steffen Grimberg, wie Verantwortliche trotz deutlicher Warnhinweise nicht reagierten und sich bis heute nicht zuständig fühlen.

Die Aussage eines Mitarbeiters der ZDF-Revision mache deutlich, dass der Verweis auf die kriminelle Energie des Angeklagten vor allem dazu diene, sich aus der Affäre zu stehlen. So sei der ehemalige Kika-Programmgeschäftsführer Frank Beckmann auf die Kasinobesuche des Angeklagten hingewiesen worden. Er blieb aber untätig blieb. Das sei für den Revisions-Mitarbeiter nicht nachvollziehbar: Beckmann habe „mindestens zweimal davon Kenntnis bekommen“ natürlich sei dem Kika-Chef die Sonderrolle des Herstellungsleiters, der einen Großteil der Finanzen des Senders regelte, bewusst gewesen: „Da hätte man eins und eins zusammenzählen und dem intensivst nachgehen müssen, das sind Warnsignale erster Güte!“, so der ZDF-Mitarbeiter.

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Bieten Regionalzeitungen mit Monopolstellung besseren Journalismus

Einer Untersuchung zufolge sind Regionalzeitungen mit Monopolstellung qualitativ oft besser als Zeitungen, die sich die Leserschaft mit einem Konkurrenzblatt teilen müssen. Akteursvielfalt, Themenvielfalt, Politisierung und Anti-Provinzialismus wären größer, so der Kommunikationswissenschaftler Frank Marcinowski von der Universität Münster.

Der Wissenschaftler untersuchte mit Studierenden über den Erscheinungszeitraum von einer Woche insgesamt 66 deutsche Regionalzeitungen, davon 32 in Monopolstellung und 34 mit einer Konkurrenzzeitung im Erscheinungsgebiet. Die Studie wird am 28. und 29. Juni in Berlin beim Lokalzeitungskongress vorgestellt.

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Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)