Zitiert: „Harry & Meghan“ ist kein Doku-Genre

Mit Netflix begann die Unsitte, TV-Zeugs wie „Harry & Meghan“ als Dokumentation zu bezeichnen. Wir leben im Zeitalter der Nabelschau, was erklärt, warum neuerdings allerhand Leute Filme über sich selbst produzieren. Dauernd verschafft sich Unterhaltung dabei den Anschein von Authentizitiät: Deswegen gibt…

Zitiert: Große Umbrüche im Dokumentarfilmgeschäft

Tatsächlich sehen wir großen Umbrüchen im Dokumentarfilmgeschäft entgegen. Auf der einen Seite findet eine Regionalisierung statt, auf der anderen Seite aber auch eine Internationalisierung, die von den Streamern getrieben ist. Es gibt weltweit ein international geprägtes junges Publikum, welches aufwendig erzählte Dokumentarfilme…

Zitiert: Die ARD will dem Dokumentarischen mehr Sendezeit in der Primetime geben

Ich weiß, dass der ARD auch schon vorgeworfen wurde, zwar den politischen Dokumentarfilm stolz zu seiner DNA zu zählen, aber mit Sendeplätzen und mit Geld zu geizen. Lassen Sie es mich einmal so sagen: Das könnten wir uns heute, im Jahr 2022,…

Zitiert: Was im Dokumentarischen bei der ARD erfolgreich ist

Wir sind im linearen Fernsehen schon lange zu sogenannten Presenter-Reportagen übergegangen, auch im Investigativen. Wenn Menschen mit Leidenschaft einer Aufgabe nachgehen, werden sich andere auch dafür interessieren. So kann man für Literatur, für Kultur, für Musik, für Investigatives mehr tun – durchaus…

Zitiert: Dokumentarischen Figuren werden allerlei verrückte Abenteuer angedichtet

Es gelingen ja auch sehr gute Filme in dem System. Aber dann sehe ich zum Beispiel eine Serie wie „Freud“, und das hat überhaupt nichts mit Sigmund Freud zu tun. Alles, was Freud geschrieben und entdeckt hat, kommt in dem Film montiert mit Kriminalverbrechen, die in Wirklichkeit gar nichts mit ihm zu tun haben. Die Serie könnte auch „Müller“ heißen statt „Freud“. So was werden wir jetzt öfter sehen, gerade werden Türen geöffnet, den dokumentarischen Figuren allerlei verrückte Abenteuer anzudichten, damit es spannender wird.

Heinrich Breloer, sueddeutsche.de, 15.02.2022 (online)